Selbstdarstellung des jugendparlament fördervereins
Im Jahre 1994 stellte eine Fraktion der Bürgerschaft den Antrag (sinngemäß), dass "zu prüfen sei, ob auf Dauer
in Wismar ein Kinder- und Jugendparlament einzurichten ist." Seit 1999 existiert der jugendparlament förderverein
e.v. Die jupa fövies sind heute eine Gruppe von 10 Jugendlichen, deren Hauptanliegen es ist, in Wismar eine Junge
Beteiligung in allen jugendrelevanten Bereichen zu ermöglichen.
Junge Beteiligung
Jugendliche können ihren Jugenclub rosarot streichen wollen, können bessere Nahverkehrszugverbindungen fordern
wollen, oder einen Atomausstieg. Bisher haben sie allerdings kein Recht ihre Meinungen durchzusetzen. Junge
Beteiligung heißt Jugendliche in Entscheidungsprozesse miteinzubeziehen. Das geschieht auf verschiedenen Ebenen.
Jugendliche sollen mitentscheiden dürfen, wie ihr Dorf, ihre Stadt oder ihr Land aussieht. Das sind vor allem
Entscheidungen über die Zukunft. Für Beteiligung gibt es praktische und repräsentative Möglichkeiten.
Im Laufe der ersten Jahre haben wir umfangreich am Aufbau der Initiative "jugendparlament" gearbeitet. Die Presse
gab darüber umfassend Auskunft. Aber auch auf Landesebene haben wir uns als junge Demokraten einen Namen gemacht.
Wir besuchten eine Reihe von Jugendbeteiligungsprojekten und Jugendkongressen in Norddeutschland. Diese Fahrten
führten uns u.a. nach Itzehoe, Bützow, Sassnitz, Wolfen sowie nach Lübeck, Saalfeld, Oldenzaal/nl. Dort konnten
wir uns ein Bild darüber machen, wie Beteiligung funktioniert und wie sie auf keinen Fall funktionieren kann. In
der Gruppe formte sich so der Grundsatz, dass wir eine wirkliche Partizipation für Wismar erreichen wollen. Wir
sind uns einig, dass Wismar ein Scheinparlament, das nur einen Alibizweck bedient nicht gebrauchen kann.
Statement
Wer Jugendlichen einräumt tatsächlich über grundlegende Bestandteile und Abläufe ihres Lebens zu entscheiden,
fördert ihre Entwicklung zur Selbständigkeit und ihr Interesse zur aktiven Teilnahme an unserem
gesellschaftlichen Leben. Wer das nicht tut, oder sogar behindert, hat eine aggressive, bornierte und kühle
Zukunft mitzuverantworten.
Aber auch auf dem Bildungsgebiet wurden wir tätig. So organisierten wir eine Reihe
von Semianren, zu den Themen Rhetorik, Kommunikation, Video usw. Der Name "jugendparlament" ist ein Schlagwort.
Wir haben diverse Beteiligungsmodelle ausgearbeitet und "wismargeprüft". Dabei hat sich herausgestellt, welcher
Beteiligungsform wir für Wismar die größten Chancen ausrechneten.
Jugendforum
Das Modell geht davon aus, dass Jugendliche ihre eigenen Probleme in die Hand nehmen und fernab lähmender
Ausschußsitzungen in konkreten Projekten an der Realisierung arbeiten. Der Verein übernimmt dabei die
rechtliche Absicherung. Der Verein stellt die Anträge und die Räume. Im Schadensfall haftet er für die
Fehler der beteiligten Jugendlichen.
Der jugendparlament förderverein wurde schnell zum geistigen Paten für den Dachverband Junge Beteiligung in MV.
Unsere Arbeit finanzierten wir in den ersten Jahren aus Projektmitteln des Jugendamtes / des Stadtjugendrings und
mit Hilfe von Stiftungen. Mitgliedsbeiträge spielten eine untergeordnete Rolle. Dafür flossen damals aber
mehrere tausend Mark von Mitgliedern in das Projekt. Ideell wurden wir vor allem vom Landesjugendring und drei
Landesjugendverbänden (Jugendmedienverband, Pfadfinderbund und DGB-Jugend Nord) unterstützt.
Nach langem Kampf verfügten wir seit 1.8.2000 über ein eigenes Büro mit Equipment. Ein großer Versammlungsraum
steht uns seitdem zur Mitnutzung auch zur Verfügung. Wir können unsere Telefon- und Fahrkosten abrechnen.
Als dies noch nicht gegeben war, führte das zu enormen Organisationsproblemen.